Was gibt es Neues?

Srajer geht, Jahn übernimmt Traineramt

Es war ein toller Rahmen für das Vorhaben der Wasserballer des SV Weiden: Aus mehreren Anlässen wollten sie ein ganz großes „Dankeschön“ aussprechen und auch einen echten Abschied würdig „feiern“, das alles bei einem Saisonabschlussspiel im Weidener Schätzlerbad am vergangenen Freitag. Die Mannschaft „Vladi & the Friends“, ein vom langjährigen SVW-Schlussmann Vladimir Srajer zusammengestelltes Allstar-Team, trennte sich dabei am Ende mit einem 8:8-Unentschieden vom designierten Team des SV Weiden für die kommende Saison, bei dem es im Wasser wie auch am Beckenrand einige personelle Veränderungen geben wird.

Insbesondere bei den Fans und treuen Anhängern, zahlreichen Helfern, der Vorstandschaft und vielen Sponsoren wollten sich die SV-Wasserballer bedanken. Auch wenn die vergangene Saison mit dem Abstieg aus der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) nicht gerade ein Erfolg war, so sind sich die Spieler und Funktionäre durchaus bewusst, dass die zurückliegenden jahrelangen Erfolge aber auch die vergangene Saison ohne die vielen Helfer und Unterstützer so gar nicht möglich gewesen wäre. Dementsprechend spendierte die erste Mannschaft Freibier während des Spiels und lud im Anschluss zu einer gemütlichen Grillparty in lockerer und freundschaftlicher Atmosphäre ein.

Das Spiel „Vladi & the friends“ gegen „SV Weiden 2017“ diente dabei zum einen auch um einen langjährigen und wichtigen Spieler des SV Weiden zu verabschieden: Schlussmann Vladimir Srajer wird in der kommenden Saison nicht mehr die Kappe für „seinen“ SVW schnüren. In der Saison 2006/2007 kam der sympathische Pilsener zum SV Weiden, der damals noch in der 2. Wasserball-Liga Süd an den Start ging. Der tschechische Nationaltorwart gab den Oberpfälzern von Beginn an große Stabilität und Rückhalt, und so gelang es dem SVW mit und dank Srajer direkt in die DWL aufzusteigen. Srajer machte den Sprung und den Abstieg in und aus der Top acht des deutschen Wasserballs mit, spielte in der Saison 2010/2011 mit dem SVW im Europapokal. „‚Vladi‘ war eine großartige Stütze unserer Mannschaft. Er hat in den zehn Jahren sehr viel für das Team getan und war durch seine sympathische Art stets Publikumsliebling und äußerst beliebt in der Mannschaft. Wir danken ‚Vladi‘ für die vielen tollen Jahre!“ so Wasserballwart Irek Luczak über den 34-jährigen inzwischen promovierten Maschinenbauingenieur.

Während sich im Wasser des Schätzlerbads ein sehr enges und spannendes Spiel entwickelte, konnten die Zuschauer auch am Beckenrand interessante Personalien beobachten: SVW-Coach Gerhard Wodarz betreute zum vorerst letzten Mal mit „Vladi & the fiends“ ein Weidener Team. Wodarz coachte drei Spielzeiten den SVW in der DWL, betreute zuvor bereits sehr viele Jahre den Nachwuchs des Vereins. Bereits seit 35 Jahren ist Wodarz im Verein tätig und sprang 2013 für „seine“ Jungs ein, als die erste Mannschaft wenige Wochen ohne Trainer da stand. Nun hofft die Wasserball-Abteilung auf eine weitere Zusammenarbeit, in welcher Form auch immer, mit dem beliebten Trainer und bedankt sich für die vielen Jahre aber auch insbesondere für die drei Erstligaspielzeiten als Coach.

Auf der anderen Seite des Beckenrands hingegen konnte der Nachfolger bereits beäugt werden: Andreas Jahn, der seit Wodarz‘ Amtsantritt 2013 als Kapitän des SV Weiden in der Bundesliga fungierte, hängt seine Badehose an den Nagel und wird in der kommenden Saison als Coach der ersten Mannschaft in der 2. Wasserball-Liga Süd die Fäden ziehen. Bereits 2005 kam Andreas Jahn, genannt „Leo“, vom sächsischen Oberligisten Nema Netzschkau in die Nordoberpfalz und entwickelte sich prompt zu einem absoluten Leistungsträger und Leader der Mannschaft. Jahn wurde von Saison zu Saison stärker und wichtiger für das Team und brachte sich immer mehr auch außerhalb des Wassers ein. Für „Leo“ folgte jetzt der logische Schritt aus dem Wasser an den Beckenrand, wobei dem 34-jährigen Schwimmmeister sehr viel Respekt und Ansehen aus der Mannschaft aufgrund seiner aufrichtigen und professionellen Art sicher sind.

Ebenso das vorerst letzte Spiel für den SVW bestritt Thomas Aigner am vergangenen Freitag. Kaum ein anderer Spielername wird so sehr mit der erfolgreichen Geschichte der SV-Wasserballer verbunden wie seiner: Bereits mit fünf Jahren begann Aigner seine Wasserball-Laufbahn beim SV Weiden, war nach vielen Erfolgen in der Jugend dann in der Mannschaft, die der Verein im Jahre 2000 mit einem äußerst niedrigen Altersdurchschnitt wieder in den offenen Herren-Spielbetrieb, damals in der Verbandsliga Bayern, an den Start brachte. Was folgte waren mehrere Aufstiege bis in die Top acht des deutschen Wasserballs, wobei Thomas von 2003 bis 2013 ganze zehn Jahre das Kapitänsamt des SV Weiden inne hatte und die Mannschaft unter anderem auch 2010 im Europapokal führte. Bis heute ist Aigner der unangefochtene Rekordtorschütze des SV Weiden, erzielte ganze 475 Tore alleine in den Punktspielen des SV Weiden von der Verbandsliga Bayern bis zur DWL, in der er stolze 216 Treffer beisteuerte. Der Verein arbeitet derzeit an einer Möglichkeit, auch in Zukunft weiterhin von dem großen Erfahrungsschatz und Know-How von Aigner durch eine Zusammenarbeit profitieren zu können, als Sportleiter bleibt er dem Verein ohnehin treu.

Außerdem wurde das Abschlussspiel genutzt, um Stefan Kick vorerst als Spieler zu verabschieden. Kick weilt aus beruflichen Gründen bereits seit der vergangenen Saison in München. Bereits 2003 schloss sich der groß gewachsene Stefan Kick mit seinem Bruder Thomas der Wasserball-Abteilung an, feierte ab 2004 dann in der ersten Herrenmannschaft des SVW ebenso die Aufstiege aus der Regionalliga über die 2. Liga in die DWL. Als bärenstarker Verteidiger und Aufbauspieler entwickelte sich Kick eigentlich als „Wasserball-Spätzünder“ zu einem absoluten Topspieler der Liga und machte sich sowohl in der Mannschaft als auch im Abteilungsumfeld sehr schnell nicht nur einen Namen sondern half hier wie dort in der Weiterentwicklung und Umsetzung. Die Abteilungsleitung hofft natürlich Stefan irgendwann in Weiden wiederzusehen und sieht dies dementsprechend nicht als endgültigen Abschied des Account Managers.

Neben all diesen Danksagungen und Abschieden ging es aber auch sportlich hoch her. Es entwickelte sich ein sehr spannendes und enges Spiel, eine zwischenzeitige 4:0–Führung von „Vladi & the friends“ folgte eine Aufholjagd des „SV Weiden 2017“ und am Ende ein leistungsgerechtes 8:8-Unentschieden. Nun geht es in die olympische Sommerpause, ehe die Mannschaft des SVW sich dann ab dem 22. August auf die neuen Herausforderungen in der 2. Wasserball-Liga Süd vorbereiten, (prg)