Was gibt es Neues?

Spandau schlägt zurück – Strafenflut in Schöneberg

Das Finalduell um die neu gestartete deutschen Wasserballmeisterschaft gewinnt an weiterer Dramatik: Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Partien und mit dem Rücken zur Wand setzte sich Titelverteidiger Wasserfreunde Spandau 04 im dritten Endspiel mit 12:9 (3:0, 2:3, 4:2, 3:4) gegen Pokalsieger Waspo 98 Hannover durch und verkürzte in der „best of five“-Serie auf 1:2. Die bisher torreichste Partie des Finalduells wurde von 35 Persönlichen Fehlern getoppt. Das vierte von fünf möglichen Endspielen steigt nun am Mittwochabend in Hannover (18 Uhr, Volksbad Limmer).

Beim Gigantenduell des deutschen Männerwasserballs bleibt es einmal mehr bei der nüchternen Erkenntnis: Wer an dem Tag besser spielt bzw. seine Leistung ins Wasser bringt, hat gute Chancen, die betreffende Begegnung zu gewinnen: Hatte sich in den ersten beiden Partien jeweils Titelverteidiger Spandau sich nicht wie erhofft in Szene setzen können und dabei insbesondere mit seiner schlechten Überzahlquote gehadert, blieb diesmal Waspo 98 einen Tag nach der starken Vorstellung des Vortages deutlich hinter der Leistung der beiden ersten Finalspiele zurück.

Ein übrigens tat eine frühzeitige 3:0-Führung der Hausherren (6.), während die Niedersachsen bis zur neunten Spielminute auf ihren ersten eigenen Treffer warten mussten. Besser wurde es aus Waspo98-Sicht allerdings auch in der Folge nicht: Tore gab es im Gegensatz zu den Berlinern praktisch nur bei Überzahlspielen zu vermelden, während der Rückraum an diesem Tag gefühlt nicht stattfand. Der einzige Anschlusstreffer des Tages gelang den Gästen beim 2:3 (13.), allerdings antwortete Spandau hier und auch bei anderer Gelegenheit postwendend, und seit dem 7:3 (16.) betrug der Vorsprung der Hausherren stets mindestens drei Tore.

Da die Gäste kurz vor dem Ende des dritten Abschnitts beim Stande von 5:9 durch den sonst so zuverlässigen Aleksandar Radovic auch einen ihrer beiden Strafwürfe ungenutzt ließen, war die Partie frühzeitig entschieden. Der Finalabschnitt ging mit 4:3 an Hannover, änderte allerdings nicht mehr an dem glatten Spandauer Erfolg in der dritten Partie. Nervend aus Zuschauer- und Expertensicht erwies sich wie schon beim Saisonauftakt im vergangenen Herbst mit 35 Persönlichen Fehlern eine regelrechte Strafenflut, wobei es allerdings diverse Mehrfachausschlüsse und auch zweimal eine Ausschluss-Strafwurf-Kombination gab. Für insgesamt sechs Spieler war die Partie vorzeitig beendet.

Erfolgreichster Werfer der Partie mit sechs Treffern, darunter gleich vier verwandelten Strafwürfen, war Spandaus Russe Dimitri Kholod, der trotz seines Könnens bei jedem Spiel um seinen Einsatz bangen muss: Der Neuzugang des vergangenen Herbstes ist neben dem Serben Nikola Dedovic und dem Montenegriner Stefan Pjesivac einer von drei Nicht-EU-Ausländern in Berliner Reihen, nur zwei sind jeweils bei Bundesligapartien gleichzeitig spielberechtigt. Hatte Kholod tags zuvor noch pausieren müssen, war diesmal WM-Teilnehmer Dedovic zum Zuschauer verurteilt.

Nach dem Sonntagsspiel können sich dennoch beide Teams als Sieger fühlen: Spandau hat den vorzeitigen (und aus Sicht des Rekordmeisters historischen) 0:3-K.o. in der Endspielserie abgewendet und hofft für die weiteren Partien auf einen Wechsel des Momentums. Hannover hat bei dem Doppelauftritt in der Bundeshauptstadt zumindest den erhofften Auswärtssieg erreicht und damit den Spandauer Heimvorteil im Finalduell gebrochen. Für Spannung in der wohl kürzesten deutschen Wasserball-Meisterschaft aller Zeiten ist gesorgt … 

 

Deutsche Meisterschaft 2020

3. Endspiel

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:9 (3:0, 2:3, 4:2, 3:4)

Spandau: Laszlo Baksa – Remi Saudadier, Lucas Gielen 1, Marino Cagalj, Ivan Zovic 2/1, Maurice Jüngling 1, Denis Strelezkij 2, Aleks Sekulic, Marko Stamm 1, Dimitri Kholod 6/4, Marin Restovic, Stefan Pjesivac 1 und Yannek Chiru. Trainer: Petar Kovacevic
Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic, Reiko Zech 1, Julian Real 1, Darko Brguljan 1, Aleksandar Radovic, Petar Muslim, Tobias Preuß 1, Ivan Nagaev 2/1, Matija Brguljan 1, Fynn Schütze, Jorn Winkelhorst 2 und Marko Macan. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 19/16

Schiedsrichter: Erwin Homolka/Aurel Tiz
Spielbeobachter: Jürgen Hausche/Dieter Rohbeck

Spandau verkürzt in der „best of five“-Serie auf 1:2.

 

Deutsche Wasserball-Meisterschaft 2020

Finale („best of five“)

Mittwoch, den 2. September 2020 (Spiel 1)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 10:8 (3:2, 3:4, 3:1, 1:1) – Stand der Serie: 1:0

Sonnabend, den 5. September 2020 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 6:9 (1:3, 3:2, 0:2, 2:2) – Stand der Serie: 0:2

Sonntag, den 6. September 2020 (Spiel 3)
14:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:9 (3:0, 2:3, 4:2, 3:4) – Stand der Serie: 1:2

Mittwoch, den 9. September 2020 (Spiel 4)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Volksbad Limmer)

Sonnabend, den 12. September 2020 (Spiel 5/bei Bedarf)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle)