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Schwache Überzahl, schwaches Spiel: Männer verpassen Medaillenrunde

Deutschlands Wasserballer haben bei der Europameisterschaft in Split (Kroatien) wie schon zuvor bei der Weltmeisterschaft in Budapest (Ungarn) die K.o.-Phase vorzeitig verpasst. Zwei Tage nach der 6:13-Niederlage gegen die Niederlande hatte die Vertretung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nach einer schwachen Vorstellung auch gegen Rumänien klar mit 4:11 (2:2, 1:3, 0:3, 1:3) das Nachsehen und steht in der Vorrundengruppe C bereits nach zwei von drei Spielen als Letzter fest.

Als negativer Höhepunkt der enttäuschenden Partie gelang der nach der verpassten Olympiaqualifikation stark verjüngten DSV-Auswahl gegen die bis dahin ebenfalls sieglosen Spieler vom Balkan selbst in zehn Versuchen nicht ein einziges Überzahltor: „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der neue Bundestrainer Petar Porobic, der 2008 mit seinem Heimatland Montenegro sogar Europameister geworden war.

In der bis zur Halbzeit offenen Partie hielt Deutschland nach gleich zwei Centertoren von Mateo Cuk und einem Rückraumwurf von Denis Strelezkij bis zum 3:3 (11.) einen Gleichstand, kämpfte allerdings bereits in dieser Phase schon mit der schlechten Chancenverwertung. Nach einem 3:5-Rückstand beim Seitenwechsel schwammen der Porobic-Sieben dann aber im dritten Abschnitt (0:3) endgültig die Felle davon, zumal seit dem 3:3 einzig ein Strafwurftor durch Fynn Schütze zum 4:9 (29.) gelingen wollte. 

Rumänien zeigte sich in der Chancenverwertung deutlich konsequenter und hatte insbesondere auch die gefährlicheren Werfer, wobei Tudor-Andrei Fulea mit fünf Treffern heute mehr Tore erzielte als die gesamte deutsche Angriffsreihe. Dabei hatten die Spieler vom Balkan in der Vorbereitung mit massiven finanziellen Problemen und auch einem Trainerwechsel (Bogdan Rath ersetzte den neuen Spandau-Coach Athanasios Kechagias) zu kämpfen, so dass das Team bei seinen Maßnahmen zumeist unter sich blieb. 

Aufgrund der verlorenen Direktvergleiche gegen die Niederlande und Rumänien hat die DSV-Auswahl bereits nach dem zweiten Vorrundenspiel keine Chance mehr auf Platz drei und das Weiterkommen. Letzter Vorrundengegner ist am Freitag in einer tabellarisch bedeutungslosen Partie der amtierende Weltmeister Spanien (14 Uhr), der nach dem 11:10-Erfolg gegen die Niederlande bereits als Gruppensieger feststeht. Am Sonntag geht es in der Platzierungsrunde um die Ränge 13 bis 16 gegen den Verlierer der noch ausstehenden Partie der Gruppe A zwischen Georgien und der Slowakei.

Schlechtestes EM-Resultat seit 1926

Das Resultat war auch anderweitig für Diskussionsstoff sorgen: Mit der verpassten K.o.-Phase steht für Split schon jetzt das schlechteste deutsche Männer-Resultat in der bis 1926 zurückreichenden EM-Historie fest. Dieses war bei bisher 31 EM-Auftritten Rang elf bei den Titelkämpfen 2016 in Belgrad (Serbien) gewesen. Deutschland wird damit in der Abschlusstabelle dieser Titelkämpfe sogar hinter EM-Neuling Israel liegen, dessen Mannschaft sich zuvor in der Gruppe D mit einem 9:5-Erfolg über die Slowakei den Einzug in die K.o.-Phase gesichert hatte.  

Der Donnerstag wird wieder dem Frauenturnier gehören: Hier trifft die die in ihrem Vorrundenduell gegen Rumänien siegreiche DSV-Auswahl Donnerstag ebenfalls an gleicher Stelle in ihrem vierten von fünf Vorrundenauftritten mit dem WM-Siebten Griechenland (10 Uhr) allerdings auf einen weiteren Medaillenkandidaten und gilt in dieser Partie als krasser Außenseiter.

 

Wasserball-Europameisterschaften 2022 in Split (Kroatien)

Männer, Gruppe C, 2. Spieltag

Rumänien – Deutschland 11:4 (2:2, 3:1, 3:0, 3:1) 

Deutschland: Moritz Schenkel – Zoran Bozic, Ferdinand Korbel, Mateo Cuk 2, Fynn Schütze 1/1, Maurice Jüngling, Denis Strelezkij 1, Lukas Küppers, Marko Stamm, Philipp Dolff, Niclas Kai Schipper, Mark Gansen und Kevin Götz. Trainer: Petar Porobic

Persönliche Fehler: 10/6 

 

Resultate Tag 5

Mittwoch, den 31. August 2022 (Vorrunde Männer, 2. Spieltag)
09:00 Slowenien – Israel 5:9 (2:4, 0:0, 2:2, 1:3) – Gruppe D
10:30 Griechenland – Malta 25:6 (8:1, 6:2, 4:1, 7:2) – Gruppe B
12:00 Niederlande – Spanien 10:11 (3:3, 0:4, 4:2, 3:2) – Gruppe C
14:00 Montenegro – Slowakei 18:10 (4:1, 5:6, 6:1, 3:2) – Gruppe A
15:30 Rumänien – Deutschland 11:4 (2:2, 3:1, 3:0, 3:1) – Gruppe C
17:00 Italien – Georgien 18:8 (4:1, 5:2, 6:4, 3:1) – Gruppe A
19:00 Serbien – Ungarn 7:16 (2:3, 0:4, 2:4, 3:5) – Gruppe D
20:30 Kroatien – Frankreich 13:7 (2:3, 2:1, 5:1, 4:2)– Gruppe B

 

Kommende Spiele 

Donnerstag, den 1. September 2022 (Vorrunde Frauen, 4. Spieltag)
10:00 Deutschland – Griechenland – Gruppe A
11:30 Serbien – Italien – Gruppe B
13:00 Rumänien – Niederlande – Gruppe A
17:30 Kroatien – Ungarn – Gruppe A
19:00 Spanien – Israel – Gruppe B
20:30 Frankreich – Slowakei – Gruppe B

Spielstätte: Spaladium Arena, Ul. Zrinsko Frankopanska 211, 21000, Split, Kroatien
Livestream aller Spiele: https://tv.len.eu/main

Foto: LEN