Was gibt es Neues?

Italienischer Doppelschlag in der Champions League

Bei den spannenden Qualifikationsturnieren der Champions League blieben die vier letztjährigen Hauptrundenteilnehmer allesamt auf der Strecke, wobei sie einem italienischen Duo dem Vortritt lassen mussten: Bei den Duellen der Gruppe A in Syrakus (Italien) setzte sich nach fünf Spielen überraschend Gastgeber CC Ortigia an die Spitze und schaffte erstmals den Sprung unter die besten Mannschaften Europas. Der Turnier der Gruppe B in Budapest (Ungarn) stand dagegen ganz im Zeichen des früheren LEN-Pokal-Gewinners AN Brescia. Die beiden italienischen Teams komplettieren das Teilnehmerfeld der im Dezember mit Turnieren in Ostia (Italien) und Budapest startenden Hauptrunde.

Im Freiwasserstadion von Syrakus musste Gastgeber CC Ortigia den Weg anstrengenden Weg über die turnierinterne Fünfervorrunde, setzte sich aber nach drei Siegen und einem Unentschieden dann auch heute Mittag im Finalspiel mit 9:8 gegen den kroatischen Traditionsklub Mladost Zagreb durch. Mladost hatte sich tags zuvor durch ein 18:18-Unentschieden im letzten Vorrundenspiel gegen den 2017er-Sieger Szolnoki VSC (Ungarn) den Finaleinzug gesichert, musste heute allerdings 42 Sekunden vor dem Ende der Partie den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen. Zu den Schiedsrichtern dieses Turniers zählte auch der Deutsche Gernot Häntschel.

Für Champions League-Neuling Ortigia ist es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte im Männerbereich, allerdings sind die Zeiten coronobedingt wenig glücklich: Bereits in der vergangenen Saison hatten sich die Sizilianer mit dem fünfmaligen Olympiateilnehmer Stefano Tempesti in dem sportlich nachgeordneten Euro Cup bis in das Endspiel vorgekämpft, doch wurde dieser Wettbewerb auf der Zielgrade abgebrochen. In der neuen Spielzeit hat Ortigia prompt den Sprung in das auf zwölf Teams reduzierte Hauptrundenfeld geschafft, kann durch den geplanten Turniermodus aber möglicherweise überhaupt nicht vor heimischer Kulisse ins Wasser steigen.

Lässt der Beobachter den freiwilligen Teilnahmeverzicht von Titelverteidiger Pro Recco (Italien) für die Spielzeit 2012/2013 außer Acht, ist mit dem Ausscheiden Zagrebs erstmals der amtierende Meister der seit 2008 ausgespielten Adria-Liga mit den Topmannschaften aus dem früheren Jugoslawien nicht in der Hauptrunde der Champions League vertreten, allerdings kommt dieses nach der Reduzierung des dortigen Teilnehmerfeldes nicht gänzlich überraschend. Neben Zagreb und Szolnok ist aus dem Kreis der letztjährigen Hauptrundenteilnehmer auch Jadran Split (Kroatien) auf der Strecke geblieben.

In der Budapest Imre-Nyeki-Schwimmhalle hatte überraschend das wiedererstarkte Team von VK Radnicki aus dem serbischen Kragujevac mit zwei Siegen und zwei Unentschieden den Sprung in das Endspiel geschafft. Hier musste sich der Champions League-Finalist von 2014 allerdings klar mit 9:13 gegen AN Brescia geschlagen geben, dessen Team damit nach einjähriger Pause erstmals wieder im Duell mit Europas Topklubs stehen wird. In der turnierinternen Vorrunde hatte Radnicki mit CN Terrassa (Spanien), Sintez Kasan (Russland) und Gastgeber OSC Budapest (Ungarn) gleich drei der letztjährigen Hauptrundenteilnehmer aus dem Weg geräumt.

 

Champions League 2020/2021

Endstand Qualifikationsturniere

Gruppe A in Syrakus (Italien)

1. CC Ortigia (ITA) – qualifiziert
2. Mladost Zagreb (CRO)
3. Szolnoki VSC (HUN)
4. CN Barcelona (ESP)
5. Jadran Split (CRO)
6. Pays d’Aix Natation (FRA)
7. Primorac Kotor (MNE)
8. Steaua Bukarest (ROU)
Ydraikos NO (GRE) nicht angetreten

 

Gruppe B in Budapest (Ungarn)

1. AN Brescia (ITA) – qualifiziert
2. VK Radnicki (SRB)
3. OSC Budapest (HUN)
4. Vouliagmeni NC (GRE)
5. Sintez Kasan (RUS)
6. CSM Oradea (ROU)
7. CN Terrassa (ESP)
8. EN Tourcoing (FRA)
Enka Istanbul (TUR) nicht angetreten

 

Zusammensetzung Hauptrundengruppen

Gruppe A
Wasserfreunde Spandau 04 (GER)
Olympiakos Piräus (GRE)
Pro Recco (ITA)
CN Marseille (FRA)
CC Ortigia (ITA)
Jug Dubrovnik (CRO)

Gruppe B
Jadran Herceg Novi (MNE)
Waspo 98 Hannover (GER)
Dynamo Tiflis (GEO)
AN Brescia (ITA)
CN Atletic Barceloneta (ESP)
FTC Budapest (HUN)