Was gibt es Neues?

Gigantenduell unter gewohnten Vorzeichen

 

Egal, ob mit Maske oder ohne: Selbst in Corona-Zeiten müssen die Wasserballfans nicht auf das große Duell zwischen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 und Pokalsieger Waspo 98 Hannover verzichten. Beide Teams stehen sich in bekannter Form und unter gewohnten Vorzeichen auch im „best of five“-Finale der neu gestarteten deutschen Meisterschaft gegenüber, die heute Abend mit der Auftaktpartie in Hannover (18 Uhr, Volksbad Limmer) ihren Ausgang nimmt. Zu den Finalspielen sind in Hannover wie auch Berlin jeweils 300 Zuschauer zugelassen; ein Livestream der heutigen Begegnung läuft mit Bildern in Fernsehqualität unter https://www.youtube.com/watch?v=9eim0zgarYk.

Die Finalpaarung kommt angesichts der guten Bedingungen beider Teams im Umfeld und der spielstarken Bestzungen nicht überraschend und ist auch alles andere als neu: Beide Mannschaften stehen sich zum vierten Mal in Folge und zum neunten Mal seit 1991 in der Endspielserie um die deutsche Meisterschaft gegenüber. Rekordgewinner Spandau kann in den bisherigen direkten Duellen auf eine strahlende 7:1-Bilanz blicken, allerdings vermochten die Niedersachsen bei ihrem Titelgewinn des Jahres 1993, damals noch unter dem Namen Waspo Hannover-Linden, den Hauptstadtklub bereits im Halbfinale aus dem Rennen zu werfen.

In dem bewusst komprimierten Spielformat konnte sich Spandau vor acht Tagen durch einen 12:10-Heimerfolg im Entscheidungsspiel gegen den Hannover den ersten Platz und damit den möglicherweise Heimvorteil in der Finalserie sichern. Dreimal holten sich allerdings auch Teams den Titel, die nicht als Tabellenführer in die Play-offs gegangen waren: Auch hier waren die Spandauer die Ersten, als sich 1992 mit 2:1 gegen Waspo durchsetzen konnten. Ein Jahr darauf holte sich Hannover nach einem Trainerwechsel (Bernd Seidensticker ersetzte in der laufenden Saison Uwe Brinkmann) sogar als Rundenfünfter den Titel. 2013 fing als dritter Verein der ASC Duisburg durch einen 3:1-Finalerfolg die erstplatzieren Spandauer ab.

Für das Gigantenduell sorgen auf beiden Seiten sorgen drei neue kroatische Gesichter für frischen Schwung: Während Waspo keine Abgänge zu verzeichnen hat, steigt mit dem kroatischen Topstar Marko Macan von Jug Dubrovnik ein hochkarätiger Neuzugang erstmals gegen Spandau ins Becken. Auf Seiten der Berliner gab es mit Ben Reibel (ASC Duisburg) und Tiberiu Negrean (zurück nach Rumänien) zwei gewichtige Weggänge. Doch mit Marino Cagalj und Ivan Zovic wurden in der Transferphase zwei neue Spieler ins Team integriert, die über internationale Klasse verfügen. Ausfallen wird beim Meister zudem Center Mateo Cuk, der eine Operation im Brustmuskelbereich längerfristig auskurieren muss.

Bei den Prognosen sind Glaskugelbesitzer gegenüber den Experten auch dieses Mal vielleicht wieder im Vorteil: Zuletzt entschieden insbesondere Tagesform und der bessere Start in die Partie, wobei der Heimvorteil zumeist eine untergeordnete Rolle spiele. Als Krönung gingen sogar drei der sechs jüngsten Partien in ein Fünfmeterwerfen. Auf den 12:10-Erfolg seines Teams in dem vorgeschalteten Vergleich mochte daher auch Spandaus Vereinspräsident Hagen Stamm nicht viel zu geben: „Das Finale fängt bei null an, die alten Ergebnisse sind dann Makulatur“, sagt der Berliner, der indes sicher ist, dass die Duelle der Serie „jede Menge Brisanz, Spannung, Kampf, Einsatz und Emotionen“

Bei der diesjährigen Finalserie gibt mit dem Ortswechsel zudem jeweils auch einen Wechsel zwischen Freibad und Hallenbad, da Waspo 98 auf seiner Vereinsanlage im Volksbad Limmer ins Becken steigen wird. Ein Vorteil muss das jedoch nicht zwangsläufig sein: „Als Spieler habe ich das Volksbad geliebt, hier war Waspo immer eine Macht. Als Trainer habe ich noch nicht ein wichtiges Spiel im Volksbad gewonnen“, sagt Trainer Karsten Seehafer, der an gleicher Stelle als Aktiver 1993 selbst deutscher Meister geworden ist. Auch 2019 setzte sich Spandau in der Auftaktpartie in Limmer durch und holte sich auch den im Vorjahr an Hannover verlorenen Titel zurück – Auftaktpartien können mehr als nur richtungsweisend sein …

 

Deutsche Wasserball-Meisterschaft 2020

Finale („best of five“)

Mittwoch, den 2. September 2020 (Spiel 1)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Volksbad Limmer)

Sonnabend, den 5. September 2020 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle)

Sonntag, den 6. September 2020 (Spiel 3)
14:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle)

Mittwoch, den 9. September 2020 (Spiel 4/bei Bedarf)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Volksbad Limmer)

Sonnabend, den 12. September 2020 (Spiel 5/bei Bedarf)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle)