Was gibt es Neues?

Donau-Liga eröffnet Spandauer Dreifachauftritt

Das große Abenteuer kann beginnen: Parallel zu den beiden DSV-Titelkämpfen (Bundesliga und DSV-Pokal) und dem Europapokalwettbewerb gehen die Frauen des deutschen Meisters Wasserfreunde Spandau 04 erstmals auch in der Danube League (Donau-Liga) an den Start, die überwiegend von Teams aus Südosteuropa bestritten wird. Hier konnte erstmals auch der international renommierte Berliner Klub einen Startplatz ergattern und steigt von Freitag an im ungarischen Szentes zum ersten von drei Turnieren in das Becken.

Hinter der Donau-Liga verbirgt sich ein transnationaler Wettbewerb auf Einladungs- bzw. Meldebasis, in der Mannschaften aus mehreren Ländern zusätzliche Erfahrungen zu dem zumeist eher dünnen Geschehen auf nationaler Ebene sammeln wollen. Aus Kostengründen wird in Anlehnung an diverse College-Ligen in den USA eine einfache Runde an zwei Turnierwochenenden gespielt. Die beiden besten Teams qualifizieren sich direkt für das auf einer weiteren Wochenendveranstaltung stattfindende Halbfinale; Platz drei bis sechs kämpfen dort vorab um die beiden weiteren Halbfinalplätze.

Die Spandauer Teilnahme an einem weiteren internationalen Wettbewerb ist eine sehr drastische (und nicht ganz billige) Maßnahme als Antwort auf die auf allen Ebenen sehr dürftigen Spielmöglichkeiten im deutschen Frauenwasserball: So stehen in der Bundesliga nach dem Rückzug des SC Chemnitz grade einmal zwölf Rundenspiele plus die nachfolgenden Play-offs auf dem Programm, und im Europapokal hatte es für den DSV-Vertreter zuletzt jeweils nur ein einziges Turnierwochenende gegeben. In dieser Saison soll ein neuer Modus den Vereinen zwar zumindest noch einen zweiten Europapokalauftritt garantieren, dennoch bleibt die Zahl der Partien überschaubar.

Drei Turnierspiele in Szeged

Beim diesjährigen Auftaktturnier der Donau-Liga in der Heimat des Europapokalsiegers von 1993 trifft der deutsche Meister am Freitagabend von 19 Uhr an auf den elfmaligen ungarischen Meister Szentesi VK (zuletzt 2014). Es folgen weitere Auftritte gegen den serbischen Vertreter Partizan Belgrad (Sonnabend 14:30 Uhr) und die Tschechinnen von Fezko Strakonice (Sonntag, 9:30 Uhr). Das zweite Turnier findet vom 10. bis 12. Februar des kommenden Jahres in Serbien statt, wo die Kontrahenten dann Vojvodina Novi Sad, Roter Stern Belgrad (beide Serbien) und Budapesti VSC (Ungarn) heißen werden.

Für diesen Wettbewerb haben sich den Berlinerinnen mit EM-Teilnehmerin Jana Stüwe und Isabel Hause auch zwei Spielerinnen des SV Blau-Weiß Bochum angeschlossen, die weitere internationale Erfahrung sammeln möchten. Wasserfreunde-Trainer Trainer Marko Stamm freut sich nicht nur über die zusätzlichen Spielmöglichkeiten, sondern will auch sportlich einiges erreichen: „In dem Wettbewerb warten sechs starke Teams auf uns. Unser Ziel ist es, uns in den kommenden zwei Turnieren für das Halbfinale des Finalturniers zu qualifizieren.“

In Bestbesetzung können die Berlinerinnen mit ihrem neuformierten Team zum Auftakt allerdings nicht antreten: So sind beiden neuseeländischen Neuzugänge und WM-Teilnehmerinnen Jessica Millich und Emmerson Houghton mit der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes seit Mittwoch beim Weltliga-Finale auf der spanischen Atlantikinsel Teneriffa im Einsatz. Dafür kommen andere Aktive umso mehr zum Zuge, und dieses gilt auch für den Beckenrand: Internationale Erfahrung kann neben den Spielerinnen zudem Bundesliga-Schiedsrichter Tobias Laufer sammeln.