Nationalmannschaft

Was gibt es Neues?

Der Geist von Warendorf

 

Deutschlands Fußballer wurden 1954 mit dem „Geist von Spiez“ (benannt nach einem Hotelaufenthalt am Thunersee in der Schweiz) sensationell Weltmeister, die Wasserballer werden bei ihrem problembehafteten Kampf um ein Olympiaticket auch auf den „Geist von Warendorf“ setzen müssen: Im Rahmen der Vorbereitung auf das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam (Niederlande/14. bis 21. Februar) gastiert die Vertretung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) von heute an bis zum kommenden Mittwoch erneut in der westfälischen Kreisstadt, wobei diesmal gegen den EM-Zehnten Georgien nach zehnmonatiger Durststrecke erstmals auch wieder ein offizielles Länderspiel auf dem Programm stehen wird (Dienstag, 18:30 Uhr).

„In Deutschland werden wir alle Maßnahmen in Warendorf machen“, erläutert Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin), dessen Team bereits in der vergangenen Woche beim Auftaktlehrgang in der dortigen Sportschule der Bundeswehr zu Gast gewesen ist. Neben den guten sportlichen Bedingungen lasse sich in der als Kaserne geltenden Anlage auch das rigide Hygienekonzept bestens umsetzen. Die Vermeidung von Coronafällen hat auch aus sportlichen Gründen oberste Priorität: „Wir müssen die kommenden Wochen gut nutzen“, ist sich Stamm nur zu bewusst, dass sich sein Team nach dem Ausfall der beiden WM-Teilnehmer Dennis Eidner und Ben Reibel (jeweils ASC Duisburg) und der coronabedingten Lehrgangsabsage im November keine weiteren Rückschläge in der Vorbereitung mehr leisten darf.

Bei der Rückkehr nach Warendorf wartet auf die deutschen Aktiven diesmal allerdings eine gern gesehene Abwechslung: Am Sonnabend wird zur zweiten Lehrgangshälfte auch die Auswahl Georgiens anreisen, wobei beide Teams zusätzlich zu dem international üblichen Sparring als Formtest ein offizielles Länderspiel absolvieren werden. „Wir wollen schauen, wo wir international stehen“, sagt der Bundestrainer. Die Partie ist zugleich der erste Auftritt der DSV-Auswahl seit dem Vier-Nationen-Turnier in Hamburg im März vergangenen Jahres, ehe zwei Tage später der erste bundesweite Lockdown folgte. 

Bei dem anstehenden Lehrgang in Warendorf geht die DSV-Auswahl noch einmal mit einem 21er-Kader an den Start: So werden erneut die U20-Nationalspieler Yannek Chiru, Aleks Sekulic (beide Wasserfreunde Spandau 04), Mark Gansen (ASC Duisburg), Zoran Bozic (SSV Esslingen) und Niclas Schipper (Waspo 98 Hannover) dabei sein, die vor Wochenfrist beim ersten Lehrgang an gleicher Stelle mit einer hervorragenden Leistung aufgewartet hatten, wie Stamm ausdrücklich. Ausgeschieden aus dem Rotterdam-Rennen ist verletzungsbedingt dagegen Linkshänder Fynn Schütze (Waspo 98 Hannover), der nach einem Handbruch bereits den ersten Lehrgang verpasst hatte. 

Die zweite gemeinsame Maßnahme nach dem Jahreswechsel bietet der DSV-Auswahl zugleich eine Chance, bei der Rotterdam-Vorbereitung im Fernduell mit der Konkurrenz etwas aufzuholen: Waren am vergangenen Wochenende fünf Mitkontrahenten noch beim Weltliga-Turnier in Debrecen (Ungarn) im Einsatz gewesen, stehen von Donnerstag an in Belgrad (Serbien) und Dubrovnik (Kroatien) die beiden Vorrundenturniere der terminlich stark zusammengeschrumpften Adria-Liga auf dem Programm, während in Italien die Serie A1 mit ihren zahlreichen Legionären im Einsatz bei einem regulären Spieltag im Einsatz sein wird, so dass für die meisten Auswahlteams eine Vorbereitungspause angesagt ist.

Im weiteren Verlauf der deutschen Rotterdam-Vorbereitung ist als einziger Auslandsaufenthalt vom 27. bis 29. Januar ein Vier-Nationen-Turnier in Podgorica vorgesehen, wo die DSV-Auswahl auf Olympiasieger Serbien, die USA und Gastgeber Montenegro trifft. Vom 3. Februar an stehen weitere Trainingseinheiten in Warendorf auf dem Programm, wo unter anderem auch mehrere Tests gegen Brasilien geplant sind. Von dort geht es direkt weiter nach Rotterdam, wo am 14. Februar das erste Spiel der Olympiaqualifikation gegen die Niederlande ansteht. Weitere Gegner in der Vorrunden-Gruppe B sind mit Frankreich, Russland, Rumänien und Kroatien weitere spielstarke europäische Gegner.

 

Team Deutschland

Marko Stamm, Lucas Gielen, Marin Restovic, Denis Strelezkij, Maurice Jüngling, Mateo Cuk, Yannek Chiru, Aleks Sekulic (alle Wasserfreunde Spandau 04), Julian Real, Moritz Schenkel, Kevin Götz, Tobias Preuß, Niclas Schipper (Waspo 98 Hannover), Hannes Schulz, Reiko Zech, Lukas Küppers, Ferdinand Korbel, Florian Thom (OSC Potsdam), Timo van der Bosch (SV Ludwigsburg), Zoran Bozic (SSV Esslingen) und Mark Gansen (ASC Duisburg)

Trainerteam: Hagen Stamm, Petar Kovacevic
Arzt & Hygienebeauftragter: Dr. Ralf Schauer
Videotrainer und organisatorischer Leiter: Dirk Hohenstein
Torwarttrainer: Peter Röhle
Athletiktrainer: Stephan Bischoff
Physiotherapeutin: n. n.