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Was gibt es Neues?

Chancenwucher bestraft DSV-Auswahl erneut

Bei der 21. Frauen-Europameisterschaft in Funchal (Madeira) läuft es für die deutsche Auswahl weiterhin nicht nach Wunsch: Im ersten von zwei Zwischenrundenspielen der neuen Gruppe G setzte es für die DSV-Auswahl gegen das erwartet gefährliche Team der Türkei heute Mittag eine 14:15 (3:4, 3:1, 1:4, 5:3/2:3)-Niederlage nach Fünfmeterwerfen. Für die Seehafer-Sieben war es beim vierten Auftritt in den Piscinas Olympicias bereits die dritte Niederlage.

Damit steht für die DSV-Auswahl nach zwei von drei Zwischenrundenspielen eine Bilanz von vier Punkten zu Buche, da der 22:11-Vorrundenerfolg gegen die Slowakei mitgenommen wird. Beim EM-Qualifikationsturnier in Hannover hatte die deutsche Mannschaft noch ungefährdet mit 15:9 gewonnen, doch war den DSV-Verantwortlichen klar, dass es hier auf Madeira eine gänzlich andere Partie geben würde: „Das ist inzwischen eine ganz andere Mannschaft“, sagte Trainer Karsten Seehafer. So sind mittlerweile gleich vier Russinnen eingebürgert worden. Dazu gesellen sich die erneut zahlreichen Europapokalauftritte türkischer Vereinsteams – am Bosporus bewegt sich im Frauenbereich einiges.

Beide Teams konnten nicht immer überzeugen, doch im Gegensatz zu manch anderer EM-Partie der Vortage gab es diesmal einen offenen Schlagabtausch mit viel Stimmung auf den Tribünen, darunter auch gut drei Dutzend deutsche Fans. „Die Führungsspielerinnen führen nicht“, hieß es hier kritisch.“ So wurden im Abschluss oftmals Ball und Verantwortung zu einer Mitspielerin weitergegeben, die sich selbst nicht traute oder aus einer dann wirklich schlechten Positionen werfen musste. Zudem ließen die Deutschen wiederholt gute Überzahlchancen aus dem laufenden Spiel liegen: So wäre bereits im Eröffnungsabschnitt eine 5:3- oder 6:3-Führung möglich gewesen, doch zur ersten Pause stand ein 4:3 für die Türkei zu Buche.

Der Chancenwucher sollte sich aber wie schon gegen Frankreich am Ende rächen: Deutschland ging in der Folge zwar mit 7:5 (17.) in Führung, fiel aber im Schlussabschnitt bereits auf 7:10 (26.) zurück. „Da hätte das Spiel schon vorbei sein können“, sagte der frühere Bundestrainer Bernd Seidensticker (Hannover). Die Kondition der DSV-Auswahl hielt jedoch, so dass mit einem starken Comeback eine 10:9-Führung und am Ende ein 10:10-Untschieden heraussprang. Im fälligen Fünfmeterwerfen trafen dann jedoch nur Routinier Barbara Bujka und EM-Neuling Emilia Khmil, ehe drei Fehlwürfe.

Im Kampf um den Gruppensieg und das Spiel um Platz neun hat sich aus deutscher Sicht dagegen kaum etwas geändert: Durch den einen Gewinnpunkt aus dem heutigen Unentschieden nach der regulären Spielzeit reicht der DSV-Auswahl im abschließenden Zwischenrundenduell gegen Serbien (Sonntag, 13:15 Uhr deutscher Zeit) bereits ein Ein-Tor-Sieg, allerdings würde die Seehafer-Sieben im Falle einer Niederlage dann allerdings wohl auf Platz drei und das Spiel um Platz 13 abrutschen.

 

Frauen-Europameisterschaft 2026 in Funchal (Portugal)

Zwischenrunde Gruppe G, 1. Spieltag

Deutschland – Türkei 14:15 (3:4, 3:1, 1:4, 5:3/2:3) nach Fünfmeterwerfen

Deutschland: Darja Heimbichner – Belén Vosseberg 3/1, Sinia Plotz 1, Ira Deike 2, Ira Deike 2, Anne Rieck, Aylin Fry, Elena Ludwig 1, Barbara Bujka 2 +1, Jana Stüwe, Georgia Sopiadou, Maria Sekulic, Emiliia Khmil 1 +1 und Nele Politze. Trainer Karsten Seehafer

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