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Was gibt es Neues?

Olympia-Bewerbungen mit drei Wasserball-Konzepten

Kein anderes Sportthema hat neben dem WM-Debakel der deutschen Fußballer in den vergangenen Monaten derart breite Diskussionen erfahren: Am Sonnabend wird der DOSB in Baden-Baden nun entscheiden, mit welcher Stadt Deutschland in das Bewerberrennen für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 und gegebenenfalls auch 2044 gehen wird. Die angedachten Austragungsstätten der Wasserballturniere bieten ein breites Spektrum der Sportart wie auch einen Blick auf eines der größten Sportereignisse der Welt.

Wie ein Blick in die Konzepte verrät, gehen die verbliebenen deutschen Bewerber Berlin, München und Rhein-Ruhr für die älteste olympische Mannschaftssportart mit drei unterschiedlichen Ansätzen ins Rennen. 

Berlin setzt auf Tradition und könnte dem deutschen Wasserball zugleich langfristig Einiges bieten: Das Olympiaschwimmstadion von 1936 soll umfassend saniert werden und sowohl dem Beckenschwimmen als auch den Spielen der zweiten Wasserballwoche als Austragungsort dienen. Die 20.000 Zuschauer von 1936 sind bis heute Weltrekord im Wasserball. Jetzt soll das Becken von acht auf zehn Bahnen erweitert werden, die maroden Tribünen saniert und teilweise versetzt werden. Die teilüberdachte Anlage würde etwa 18.000 Zuschauern Platz bieten, und mit dem direkt neben dem Olympiastadion gelegenen Bad wären die Wasserballer zudem „mittendrin statt nur dabei“.

Als langfristiges Vermächtnis erhielte (Sport-)Deutschland endlich wieder eine Schwimmsportarena mit deutlich mehr als 1.500 Plätzen, die auch einen Vergleich mit der wiederholt modernisierten Anlage in Rom nicht zu scheuen bräuchte. Das Berliner Konzept setzt allerdings wie 2024 in Paris auf einen Badwechsel nach der ersten Veranstaltungswoche: Fraglich bleibt hier, ob die ebenfalls vermeldete Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) genug Zuschauerkapazitäten für Wasserspringen, Synchronschwimmen und die Wasserball-Vorrunden bietet. 

Rhein-Ruhr geht großflächig mit anderen Sportstätten als 2025 bei den mit viel Lob bedachten Weltstudentenspielen ins Rennen, bleibt beim Wasserball nach einer Umplanung nun aber doch aber doch in Duisburg. Geplant ist hier eine temporäre Arena im Landschaftspark Duisburg-Nord, die 12.000 Zuschauern Platz bieten soll. Attraktive Vorbilder wären hier die Anlage der 2012er-Spiele in London oder (weniger bekannt) die WM-Spielstätte von 2019 im südkoreanischen Gwangju.

Diese Variante würde eine regelrechte Arena mit einem Center-Court-Ambiente in Tennis-Manier bieten und wäre auch für die Zuschauermassen bei einer Veranstaltung in der Mitte Europas bestens gewappnet. Der ursprüngliche Plan mit Vorrundenspielen in Wuppertal und Medaillenspielen in der Gelsenkirchener Schalke-Arena steht aktuell nicht mehr zur Debatte. Ein interessanter Vorteil: Die Duisburg-Variante wäre komplett unabhängig von den Zeit- und Hallenplänen anderer Sportarten.

Auf Bewährtes und die wohl kostengünstigste Variante setzt München: Hier soll erneut im historischen Dantebad gespielt werden. Die im Sommer von der SG Stadtwerke München  genutzte Anlage hatte 1972 bereits die Vorrundenspiele und ein vorgeschaltetes Qualifikationsturnier beherbergt. Die Neuauflage sieht temporäre Tribünen mit bis zu 5.000 Zuschauern vor. Wasserballer und Synchronschwimmer würden im Stadtteil Gern allerdings gänzlich unter sich bleiben; zudem wären die 5.000 Plätze jeweils nur knapp die geforderte Mindestkapazität. Die Bewerbungsmappe sieht ebenso keinen Umzug der Medaillenspiele nach Freising in die neue Event-Arena am Flughafen vor. 

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