Was gibt es Neues?
Pokalverteidiger streicht die Segel
Die anstehende Endrunde im deutschen Pokalwettbewerb der Männer wird ohne den aktuellen Titelinhaber SV Bayer 08 Uerdingen stattfinden: In den Viertelfinalduellen des DSV-Pokals unterlag des Team vom Waldsee trotz Heimvorteils in der Neuauflage des Halbfinales von 2016 unerwartet deutlich mit 5:10 (1:2, 1:4, 2:1, 1:3) gegen den letztjährigen B-Gruppen-Teilnehmer OSC Potsdam, der damit nach dem Sprung unter die besten Acht des deutschen Wasserball nun auch erneut in die nationale Pokalendrunde einzog.
Es war in den Augen der Experten die mit dem größten Interesse erwartete Partie des Viertelfinales, und für den Pokalinhaber am Niederrhein sollte das Duell der beiden deutschen Euro Cup-Teilnehmer ein regelrechter Abend zum Davonlaufen werden: „Sicherlich hat sich das Fehlen von Ben Reibel und Tobias Gietz bemerkbar gemacht, hinzu kommt natürlich die mangelnde Spielpraxis, dies darf und kann aber keine Entschuldigung für unsere schlechte Leistung sein“, gab sich nicht nur Uerdingens neuer Trainer Tim Focke sichtbar enttäuscht.
Die Gäste aus Potsdam zeigten sich beim erneuten Gastspiel am Niederrhein nach dem Achtelfinalsieg bei der SV Krefeld 72 auf eines der Schlüsselspiele der Saison bestens eingestellt: Die Mannschaft von Trainer Alexander Tchigir führte schnell mit 2:0 (2.) und baute den Vorsprung in der Folge gar bis auf 6:1 (13.) aus. Uerdingen kam zu keiner Phase der Partie wirklich ins Spiel und lediglich beim 3:6 (16.) und 4:7 (23.) auf zumindest drei Tore heran. In dieser Phase schlug allerdings beide Mal Potsdams viermaliger Torschütze Dennis Strelezkij zurück.
„Das war defensiv eine wirklich gute Leistung“, freute sich Potsdams Linksaußen Erik Miers, „Uerdingen ist mit unserer ‚Zone‘ nicht wirklich zurechtgekommen.“ Nachdenken ist dagegen auf Bayer-Seite angesagt: „Wir konnten heute nichts von dem was wir besprochen hatten umsetzen, kein Spieler hatte auch nur Normalform. Ich werde mir natürlich auch als Trainer nochmal Gedanken machen ob und was wir im Trainingsbetrieb umstellen können“, so ein enttäuschter Tim Focke, dessen Team in der Liga sogar noch auf den die ersten Punkte wartet.
Während Uerdingens gute Pokalbilanz der vergangenen Jahre eine Delle erfahren hat, ist Potsdam nun zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2015 für die nationale Pokalendrunde qualifiziert. „Nun bleibt zu hoffen, dass wir auch in der Liga die ersten Punkte einfahren“, blickt Tchigir voraus. Ausgerechnet gegen Bayer Uerdingen bekommt der OSC da im neuen Jahr Gelegenheit: Am 14. Januar gastieren die Westdeutschen im Brauhausberg-Bad. „Bis dahin bekommen die Jungs jetzt aber erst einmal Gelegenheit durchzuatmen“, so Tchigir