Nationalmannschaft

Was gibt es Neues?

„Wir feiern die ganze Nacht“

Deutschlands Wasserballer haben beim 16. Weltcup-Turnier in Berlin Moral gezeigt und einen Traumstart hingelegt: Die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) siegte in einer Partie mit spektakulären Wendungen vor über 400 begeisterten Zuschauern in der Schwimm- und Sprunghalle an der Landsberger Allee nach einem 4:7-Rückstand noch mit 12:10 (1:2, 3:4, 4:2, 4:2) gegen den amtierenden Vize-Weltmeister Ungarn. Der letzte Sieg einer deutschen Auswahl gegen den Rekordolympiasieger datiert vom Juli 2010.

Bereits beim Stande von 11:9 sorgte der Partysong „Das geht ab! Wir feiern die ganze Nacht!“ für eine tolle Stimmung auf den Tribünen. Spätestens dieser Überzahltreffer durch Julian Real (später als bester Spieler der Partie geehrt) markierte eine spektakuläre Wiederauferstehung der deutschen Mannschaft, der bereits nach dem Auftakttag Lust auf mehr macht. Im vierten Spiel des Abends hatte die DSV-Auswahl im dritten Spielviertel zwischenzeitlich bereits mit 4:7 (18.) zurückgelegen.

Die Lokalmatadoren zeigten sich bis dahin im Angriff trotz hervorragender Möglichkeiten viel zu nervös, zudem fand ausgerechnet bei jenem äußerst kritischen Spielstand von 4:7 ein klares Tor der DSV-Auswahl (der Ball hatte die Torlinie deutlich sichtbar überschritten) keine Anerkennung, allerdings kämpfte sich die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) noch im gleichen Viertel zum 8:8-Pausenstand heran. Jetzt kehrte auch das Überzahlspiel zurück, während nun dies dahin sehr effektiven Ungarn ihrerseits Probleme im Abschluss hatten.

Deutschland war endlich im Spiel, doch die Spannung war im Schlussabschnitt kaum noch zu überbieten. Ein Doppelschlag durch Ben Reibel und Julian Real zum 11:9 (29.) stellten die Weichen in Richtung Sieg, Reibel erhöhte in der Schlussminute per Strafwurf dann sogar noch auf 12:9. Der Jubel auf den Tribünen wie auch im Internet war groß: „Wir haben einen Teamgeist gezeigt, der seinesgleichen sucht“, freute sich auch Bundestrainer Hagen Stamm zurecht, „die Jungs waren Weltklasse.“

Erfreulich aus deutscher DSV-Sicht: Der nach Schulterproblemen wieder ins das Team zurückgekehrte Center Mateo Cuk traf auf Anhieb zweimal. Die weiteren Treffer teilten sich Julian Real, Ben Reibel (je 3), Marin Restovic (2), Hannes Schulz und Dennis Eidner. Gemäß der Testregeln des Weltschwimmverbandes wird in Berlin analog zum Olympiaturnier nur mit 11er-Teams gespielt, wobei in der deutschen Auswahl heute Dennis Strelezkij und der zweite Torhüter Kevin Götz pausierten. Nach jeweils drei Persönlichen Fehlern gegen Timo van der Bosch und Tobias Preuß musste die Stamm-Sieben den letzten Abschnitt sogar nur zu neunt absolvieren.

Zweiter Kontrahent der DSV-Auswahl in der Vorrundengruppe A ist am Mittwochabend von 20:30 Uhr an der WM-Zehnte Japan. Die ersten vier Teams qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft 2019 im südkoreanischen Gwangju, und auf diesen WM-Zug will auch die DSV-Auswahl noch aufspringen. Die Spiele des 16. FINA Weltcups hier in Berlin laufen unter https://www.finatv.live/ allesamt live auf dem Portal der FINA (kostenpflichtig).