Was gibt es Neues?

Waspo 98 „macht Ernst“

Eine klare Niederlage des SSV Esslingen in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) gegen Waspo 98 Hannover war zu erwarten gewesen, mit 8:22 (1:5, 1:5, 2:6, 4:6) fiel sie letztlich jedoch vor einer guten Kulisse im Inselbad ein wenig zu deutlich aus.

Zwar war das Untertürkheimer Inselbad schon wegen der am gesamten Wochenende dort stattfindenden Nico-Trophy (U12-Sichtungsturnier der Länderauswahlmannschaften) gut gefüllt, doch es kamen noch einige Zuschauer mehr als sonst, die sich das Star-Ensemble aus der niedersächsischen Hauptstadt nicht entgehen lassen wollten. Schließlich betreiben die Hannoveraner einen großen Aufwand, um auch international ein Wörtchen mitreden zu können und eine starke Medienpräsenz zu erreichen, nicht zuletzt mit den Live-Übertragungen einiger Champions League Spiele auf dem bundesweit empfangbaren Kanal von Sport1.

Und die Wasserballinteressierten wurden nicht enttäuscht, denn der amtierende Meister, Pokalsieger und Supercupgewinner reiste mit „voller Kapelle“ an den Neckar: Julian Real, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Moritz Schenkel, Torhüter der Deutschen, sowie die Toptorschützen Darko Brguljan, Aleksandar Radovic und Jan Winkelhorst waren am Start, ebenso Waspos Neuverpflichtung aus Italien Alex Giorgetti – Profisportler also, die auf ein Amateurteam treffen sollten.

SSVE-Trainer Janusz Gogola nach der Partie: „Im heutigen Spiel konnten wir leider nicht unsere beste Leistung abrufen. Von Beginn an haben wir unserem Gegner zu viele Freiheiten im Spielaufbau gelassen. Ein Team von dieser Klasse hat es sofort verstanden, das Spiel zu kontrollieren und zu bestimmen. Man sah unsere taktischen Schwächen und Defizite im Zweikampfverhalten. Wir haben nun eine Woche Zeit, um erforderliche Korrekturen vor dem Spiel gegen Potsdam auszuarbeiten und umzusetzen. Die acht Tore sind für unsere Verhältnisse ein gutes Ergebnis, in der Abwehr waren wir jedoch zu nachlässig, 22 Gegentore sind einfach zu viel.“ Kapitän Heiko Nossek bemängelte: „Die Einstellung hat nicht gestimmt, und wir haben zu viele einfache, individuelle Fehler in der Abwehr gemacht. So kann man gegen einen nahezu komplett angetretenen Deutschen Meister und Champions League Teilnehmer nicht antreten.“

Mehrfach hatten die Esslinger Bundesligawasserballer in der Vergangenheit auch gegen Topteams gerade vor heimischem Publikum eine gute Anfangsphase gezeigt. Doch dieses Mal wollte gerade zu Beginn überhaupt nichts funktionieren. Nach nicht einmal fünf Minuten führten die Gäste durch je zwei Treffer von Darko Brguljan und Aleksandar Radovic und dem einmal erfolgreichen Alex Giorgetti mit 0:5. Eine Auszeit von Janusz Gogola unterbrach den hannoverschen Sturmlauf und ordnete die eigene Abwehr – zumindest ein wenig. Konstantinos Sopiadis traf noch vor der ersten Pause zum 1:5.

In Unterzahl kassierten die Esslinger gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts den sechsten Gegentreffer, zwei weitere Gegentore mussten sie aus der Centerposition hinnehmen. Das 2:8 erzielte Valentin Finkes aus einem Konter heraus. Bis zur Halbzeit bauten die Niedersachsen ihre Führung auf 2:10 aus.
Auch für den dritten SSVE-Treffer war Valentin Finkes verantwortlich, als er aus dem Rückraum zum 3:11 erfolgreich war. Der Torhunger der Gäste war jedoch noch lange nicht gestillt und so zogen sie durch teilweise sehenswerte Spielzüge auf 4:16 vor der letzten Pause davon – Konstantinos Sopiadis traf noch einmal für die Esslinger.

Das torreichste Viertel mit gleich zehn Treffern kam dann zum Schluss. Den sechs Gästetoren konnte der SSVE durch Hannes Rothfuß, Eric Fernandez Rivas und zwei Mal Zoran Bozic immerhin vier eigene Treffer entgegensetzen zum Endstand von 8:22.

Für die Esslinger Wasserballer stehen bis zur Weihnachtspause noch drei Partien auf dem Programm: am kommenden Samstag empfängt man im Inselbad den OSC Potsdam, eine Woche später reist man zum Pokalviertelfinale zu Spandau 04 nach Berlin und zum Abschluss des Jahres 2018 gastiert am 15. Dezember Aufsteiger SVV Plauen am Neckar.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren: Adrian Hausmann (Torwart), Eric Fernandez Rivas (1 Tor), Hannes Rothfuß (1), Valentin Finkes (2), Miklos Barothy, Uros Fabic, Heiko Nossek, Zoran Bozic (2), Vincenzo Inguanta, Novak Zugic, Linus Orszulik, Konstantinos Sopiadis (2), Florian Pirzer (Torwart).