Nationalmannschaft

Was gibt es Neues?

„Schönste Niederlage, die wir je hatten“

So schön kann eine Niederlage sein: Deutschlands Wasserballer unterlagen bei den Weltmeisterschaften in Gwangju (Südkorea) im letzten Vorrundenspiel knapp mit 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2) gegen den Olympiadritten Italien, sicherten sich trotz der ersten Niederlage mit einer starken Mannschaftsleistung allerdings den wichtigen zweiten Platz in der Vorrundengruppe D. In den anstehenden Überkreuzduellen geht es für die DSV-Auswahl am Sonntag von 11:30 Uhr deutscher Zeit an gegen den bisher sieglosen Außenseiter Südafrika, wo der erhoffte Einzug in das Viertelfinale eingetütet werden soll.

Nicht nur das Resultat stimmte: Deutschland überzeugte auch vier Spielviertel lang mit einer starken Gesamtleistung und agierte durchweg auf Augenhöhe. Die Abwehr zeigte sich gegen die traditionell sehr körperlich agierenden Italiener bestens eingestellt, und auch die frühe Foulbelastung von Schlüsselspieler Julian Real wurde in der Verteidigung aufgefangen. Anders als in den Partien zuvor konnte  diesmal auch das Centerspiel deutlich besser etabliert werden: Dennis Eidner war mit gleich drei Treffern heute sogar erfolgreichster Werfer der DSV-Auswahl und zeigte sich auch an weiteren Treffern beteiligt. 

Auch die Chance auf einen Sieg und den ersten Platz war vorhanden: So ging die DSV-Auswahl in einer Begegnung mit wechselnden Führungen sogar mit einem 7:6-Vorsprung in den Schlussabschnitt, konnte dort allerdings nicht zum 8:6 nachlegen. Italien drehte mit zwei Treffern zwar noch die Partie, konnte die Deutschen aber in Sachen zweiter Platz nicht mehr in Verlegenheit bringen. „Die ist die schönste Niederlage, die wir je hatten“, verkündete Bundestrainer Hagen Stamm bereits zwölf Sekunden vor dem Spielende beim Stande von 7:8 in der letzten von nunmehr nur noch zwei Auszeiten. Die verbliebene Spielzeit ließen die Deutschen sogar komplett verstreichen, um Italien auch die letzte denkbare Chance auf den Ballbesitz zu nehmen.

Ein Unentschieden hätte dem deutschen Wasserball vielleicht etwas Renommee, aber keinen zählbaren Vorteil gebracht. Die 7:8-Niederlage war aus DSV-Sicht eine regelrechte Punktlandung, da im Fernduell mit den punktgleichen Japanern (zuvor 9:7-Sieger im Parallelspiel der Gruppe D gegen Brasilien) als Entscheidungskriterium die Resultate beider Teams aus der Italien-Partie zählten. Hier hatte der Asien-Vertreter die DSV-Auswahl zwei Tage zuvor mit einer achtbaren 7:9-Niederlage stark unter Druck gesetzt. Im Falle einer höheren Niederlage hätte den Deutschen als Tabellendritter ansonsten ein denkbar schweres Überkreuzduell gegen Vize-Europameister Spanien gedroht. 

Aus der knappen Niederlage könnten die Stamm-Sieben auch mental gestärkt hervorgehen: Hatte es in der jüngsten Vergangenheit zum Teil heftige Niederlagen gegen Italien gegeben (vor zwölf Monaten sogar ein 1:14 bei den Europameisterschaften) , vermochte die DSV-Auswahl gut acht Monate vor der Olympiaqualifikation in Rotterdam (Niederlande) in einem schwierigen Moment ihr Wunschresultat auf den Millimeter genau abrufen, ohne in der letzten Spielminute zittern zu müssen. Die deutsche Tore teilten sich beim dritten Auftritt in der schmucken Wasserballarea diesmal Dennis Eidner (3), Mateo Cuk, Marko Stamm, Ben Reibel und Lucas Gielen. 

Deutschland trifft damit am Sonntag in den Überkreuzduellen der Gruppenzweiten gegen jeweils einen -dritten wie erhofft mit Südafrika auf einen der Außenseiter des Turniers. Bereits beim Weltcup 2018 in Berlin hatte sich die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm mit einem 24:5-Erfolg im entscheidenden Spiel gegen das Team vom Kap das WM-Ticket gesichert. Zuletzt hatte die DSV-Auswahl 2011 in Schanghai (China) im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft gestanden, und zumindest dieser Erfolg soll nun auch in Gwangju wiederholt werden.

ZDF-Interview nach dem Spiel  

 

Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (Südkorea)

Gruppe D, 3. Spieltag 

Deutschland – Italien 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2)

Deutschland: Schenkel – Reibel 1/1, van der Bosch, Real, Preuß, Jüngling, Strelezkij, Gielen 1/1, Stamm 1, Cuk 1, Restovic, Eidner 3, Götz. Trainer: Hagen Stamm
Italien: F. Del Lungo – Di Fulvio 2, S. Luongo 1, Figlioli 1, E. Di Somma, Velotto, Renzuto, Echenique, Figari, Bodegas 1, Aicardi 2, Dolce 1, Nicosia. Trainer: Alessandro Campagna

Persönliche Fehler. 10/9

 

Resultate Tag 3 Männer

Freitag, den 19. Juli 2019
08:30 Südafrika – Ungarn 5:23 (1:5, 2:5, 0:8, 2:5)
09:50 Neuseeland – Spanien 3:23 (0:8, 1:5, 1:7, 1:3) 
11:10 Brasilien – Japan 9:11 (2:2, 1:5, 3:3, 3:1)
12:30 Deutschland – Italien 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2)
16:30 Serbien – Griechenland 9:3 (3:1, 3:2, 0:0, 3:0)
17:50 Südkorea – Montenegro 6:24 (1:6, 1:4, 1:8, 3:6)
19:10 USA – Australien 12:11 (4:3, 3:3, 2:2, 3:3)
20:30 Kroatien – Kasachstan 21:5 (6:1, 5:1, 5:1, 5:2)

Gruppe A: Serbien 5, Montenegro 4, Griechenland 3, Südkorea 0
Gruppe B: Kroatien 6, USA 4, Australien 2, Kasachstan 0 
Gruppe C: Ungarn 6, Spanien 4, Südafrika 1, Neuseeland 1
Gruppe D: Italien 6, Deutschland 3, Japan 3, Brasilien 0

 

Kommende Spiele

Sonntag, den 21. Juli 2019
10:30 Südkorea – Kasachstan – Platz 13/16
12:00 Neuseeland – Brasilien – Platz 13/16
14:00 Montenegro – Australien – Überkreuzduelle
15:30 Griechenland – USA – Überkreuzduelle
17:00 Spanien – Japan – Überkreuzduelle
18:30 Südafrika – Deutschland – Überkreuzduelle