Was gibt es Neues?

Rote Laterne für die Feiertage

Der deutsche Meister Waspo 98 Meister geht in der Champions League mit der Rote Laterne in die Feiertage: Am fünften Spieltag gab es vor 600 Zuschauern im bestens gefüllten Stadionbad nach einem desaströsen zweiten Viertel eine hohe 7:14 (1:2, 0:7, 4:3, 2:2) -Niederlage gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter Jug Dubrovnik und fiel damit auf den letzten Platz der Hauptrundengruppe B zurück. Ein Zusammenschnitt der Partie läuft am 25. Dezember von 12:30 Uhr an auf dem bundesweit empfangbaren Spartensender SPORT1.

2019 hatte für die Wasserballer der Waspo 98 Hannover mit drei nationalen Titeln wie auch der erneuten Führung in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte gebracht, doch der letzte große Wasserballabend im Stadionbad brachte kein Spiel nach Wunsch. Das erste Viertel ließ dieses zunächst noch nicht vermuten, wobei Alex Giorgetti die Niedersachsen in Überzahl bereits nach 73 Sekunden mit 1:0 in Führung brachte. Die Hausherren hatten bereits mit dem ersten Anschwimmen überrascht, als diese nach der Winkelhorst-Sperre und der automatisch verbundenen automatischen Reduzierung um einen Feldspieler intern umgestellt und dabei sogar erstmals in einer großen Partie auf Nationalspieler Tobias Preuß verzichtet hatten. Der ungeschlagene Spitzenreiter ging in diesem Abschnitt seinerseits zwar mit 2:1 (3.) in Führung, doch auch die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer hatte ihre Chancen und hielt auch spielerisch gegen. 

Die Schwächung auf der Centerposition sollte an diesem Abend interessanterweise nicht die entscheidende Rolle spielen: Mit einer Bilanz von 12:13 hatten die Gastgeber bei den Persönlichen Fehlern sogar einen geringfügigen Vorteil, allerdings gab es bei der Chancenverwertung in Sachen Effizienz und Cleverness in der Folge eine regelrechte Lehrstunde durch die Kroaten. Als Genickbrecher erwies sich in dem desaströsen zweiten Viertel bereits die Szene direkt nach dem schnellen 3:1: Waspo 98 ließ die eigene Überzahl nicht nur ungenutzt, während Jug postwendend einen Weltklasse-Konter setzte. Weltmeister Loren Fatovic hatte keine zwei Meter Vorsprung und bekam beim Wechsel in die Rückenlage von Torhüter Toni Popadic einen 20-Meter-Pass auf die Hand serviert. Das Szenario „verpasste Überzahl – direktes Gegentor“ wiederholte sich nur eine Minute später, wenngleich diesmal ohne einen echten Konter.

Jeder Angriff der Gäste schien in diesem Abschnitt zu sitzen, so dass zur Halbzeit aus Waspo98-Sicht ein 1:9-Rückstand zu Buche stand. Mit dem dritten Anschwimmen des Abends machte im Tor Moritz Schenkel trotz sieben abgewehrter Bälle für Kevin Götz Platz. Beim Stand von 1:10 war es erneut der italienische Neuzugang Alex Giorgetti, der die Hausherren nach einer Durststrecke von 15 Minuten erstmals wieder auf die Anzeigetafel brachte. Hannover ließ sich nicht hängen, und der Abschnitt brachte sogar noch ein 4:3-Teilresultat für die Niedersachsen. Die Zuschauer konnten noch einige spektakuläre Tore auf beiden Seiten genießen, wobei abermals Giorgetti für ein in der DWL so gut wie nie gezeigtes Überzahltor sorgte: „Alleine der Treffer war das Kommen wert“, meinte einer der langjährigen Waspo98-Helfer. Während auf der Tribüne die kroatischen Fans derweil „Champion“ sangen, hatten auf deutscher Seite an diesem Abend vor allem die Genießer der Sportart ihren Spaß.

„Wir haben nie eine Chance gehabt, in Überzahl nicht getroffen und sogar noch Gegentore bekommen. Da kann man nicht gewinnen“, sagte Trainer Karsten Seehafer, der von einem „gebrauchten Tag“ sprach. Realistisch gesehen war die Partie gegen die nunmehr mit sogar fünf Zählern Vorsprung die Tabelle anführenden Kroaten nicht die beste Chance, selbst zu punkten, allerdings wurde die Möglichkeit verpasst, nach den beiden jüngsten internationalen Niederlagen sich selbst wieder Rückenwind zu verschaffen. Die anstehenden Feiertage bringen für Waspo 98 zudem nicht viel mehr Zeit, als noch einmal die Muskeln zu schütteln und die Köpfe ein wenig freizuschaufeln: Bereits am 9. Januar geht es für die Niedersachsen schon international weiter, dann mit einem Auswärtsaufritt bei Ungarns Vizemeister und 2017er-Sieger Szolnoki VSC. 

Zusammenfassung

Bericht im NDR

  
 
Champions League, 5. Spieltag in Hannover

Waspo 98 Hannover (GER) – Jug Dubrovnik (CRO) 7:14 (1:2, 0:7, 4:3, 2:2)

Waspo 98: Moritz Schenkel – Ante Corusic, Erik Bukowski, Julian Real 1, Darko Brguljan, Aleksandar Radovic 1, Predrag Jokic, Luka Sekulic, Pere Estrany 2, Alex Giorgetti 3, Marin Ban und Kevin Götz. Trainer: Karsten Seehafer.

Persönliche Fehler: 12/13

 
Resultate 5. Spieltag

Szolnoki VSC (HUN) – Olympiakos Piräus (GRE) 9:9
Wasserfreunde Spandau 04 (GER) – Jadran Split (CRO) 12:11
Waspo 98 Hannover (GER) – Jug Dubrovnik (CRO) 7:14 
Mladost Zagreb (CRO) – BPM Sport Management (ITA) 7:7

Punktestand: Jug Dubrovnik 15, BPM Sport Management 10, Olympiakos Piräus 8, Mladost Zagreb 8, Szolnoki VSC 5, Wasserfreunde Spandau 04 4, Jadran Split 3, Waspo 98 Hannover 2