Was gibt es Neues?

Finalwochenende mit Comebacks?

So ein Finalwochenende gab es in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) der Frauen noch nie: Bei den Fortsetzungen der Play-offs um Platz eins wie auch drei hegen in gleich beiden Duellen die Auftaktverlierer trotz eines 0:1-Rückstandes Comeback-Hoffnungen. Im ersten Finalduell um den deutschen Meistertitel hatte Favorit Wasserfreunde Spandau 04 vor heimischer Kulisse überraschend mit 8:9 verloren und muss nun zweimal auswärts beim Rundenersten SV Bayer Uerdingen 08 Uerdingen. Auch der Tabellendritte Waspo 98 Hannover startete beim Kampf um die Bronzemedaille mit einer 9:10-Auswärtsniederlage beim SV Nikar Heidelberg und muss nun im heimischen Volksbad Limmer gleich zweimal gewinnen.

Durchmarsch für den Neuling Spandau oder achter Meistertitel für DWL-Gründungsmitglied Uerdingen?  Die Berlinerinnen schienen nach dem Pokalerfolg auch auf Meisterkurs zu schwimmen, doch das Team aus Krefeld legte am vergangenen Sonntag den erhofften Auswärtscoup hin und hat nun vor heimischer Kulisse zwei Matchbälle, um nach dem großen personellen Aderlass von 2017 innerhalb von nur zwei Spielzeiten den Meistertitel wieder an den Waldsee zurückzuholen, allerdings weiß Trainer Giorgios Triantafyllou nur allzu sehr um die Schwere der Aufgabe. Immerhin darf er am Sonnabend auf der Bank sitzen, während Spandau-Coach Marko Stamm hier seine Rote Karte der Auftaktpartie abbrummen muss.

Der neue Titelträger wird auf der Bayer-Vereinsanalage in jedem Fall für ein Novum in der DWL-Historie der Frauen sorgen: Neuling Spandau wäre das erste Team, das als Tabellenzweiter der Rundenspiele die deutsche Meisterschaft gewänne und dabei gleichzeitig auswärts einen 0.1-Rückstand aufholte. Uerdingen würde in bekannter Form als Tabellenerster auf dem Thron steigen, hätte allerdings als erstes Team beide Rundenduelle gegen den Finalkontrahenten verloren.

Waspo 98 Hannover könnte in der auf der Zielgrade befindlichen Saison nach dem Supercup-Titel und Pokalsilber einen kompletten Medaillensatz einfahren, allerdings sind nach der 9:10-Auftaktniederlage in Heidelberg vor heimischer Kulisse Comebackqualitäten gefordert. Den Gästen winkt dagegen nach dem großflächigen personellen Umbau des vergangenen Sommers die zweite Bronzemedaille, nachdem bereits im Pokalwettbewerb Rang drei geholt worden ist. 

In jedem Fall ist am Wochenende auch Abschied angesagt: Auf Waspo98-Seite wird nach fünf Erstligaspielzeiten das Trainerduo Marton Sagi und Ralf Schuff letztmals auf der Trainerbank sitzen, wie von Vereinsseite vermeldet worden ist. Gespielt wird jeweils im Freiwasser des Volksbades Limmer, nachdem in den vergangenen beiden Wochen das Stadionbad für das Final Eight der Champions League (6. bis 8. Juni) hergerichtet worden ist.    

 

Deutsche Wasserball-Liga Frauen 2018/2019

Finale („best of three“)

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 1)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – SV Bayer Uerdingen 08 8:9 (3:4, 0:1, 2:2, 3:2) => Stand der Serie: 0:1 

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 2)
16:00 SV Bayer Uerdingen 08 – Wasserfreunde Spandau 04 (Aquadome)

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 3/bei Bedarf)
13:00 SV Bayer Uerdingen 08 – Wasserfreunde Spandau 04 (Aquadome)

 

Spiel um Platz drei („best of three“)

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 1)
17:30 SV Nikar Heidelberg – Waspo 98 Hannover 10:9 (4:1, 4:2, 1:4, 1:2) => Stand der Serie: 1:0    

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 2)
15:00 Waspo 98 Hannover – SV Nikar Heidelberg (Volksbad Limmer) 

Sonntag, den 26. Mai 2019 (Spiel 3/bei Bedarf)
14:00 Waspo 98 Hannover – SV Nikar Heidelberg (Volksbad Limmer)