Was gibt es Neues?

„Das war unglaublich anstrengend“

Die bundesweit bisher größte Zuschauer- und Medienresonanz der laufenden Wasserballsaison hat keine offizielle Partie, sondern eine eventartig aufgezogene Show-Veranstaltung in Hannover gefunden. Eine als „Challenge“ promotete Wasserball-Begegnung mit dem deutschen Meister Waspo 98 Hannover und den Erstliga-Handballern der TSV Hannover-Burgdorf lockte 1.200 Zuschauer und gleich mehrere namhafte Fernsehsender in das komplett ausverkaufte Stadionbad.

Bereits vor den Feiertagen hatten die Waspo98-Akteure in die sozialen Medien ihre handballspielenden Kollegen um die „Ehre und eine Kiste Bier“ zu einem Wasserballspiel herausgefordert und zugleich gewettet, dass diese nicht einen einzigen Treffer gegen den deutschen Meister erzielen. Die auch als „Recken“ firmierenden Handballer nahmen die „Challenge“ tatsächlich an und lösten damit während der WM-Pause der dortigen Bundesliga ein grandioses Fan- und Medieninteresse aus: Dank der großen Nachfrage unter den TSV-Fans waren die online im Internet bei einer namhaften Ticketagentur verkaufen Eintrittskarten bereits mehr als eine Woche vor der Veranstaltung ausverkauft, und die Champions League-erprobten Waspo98-Macher produzierten einen Livestream in Fernsehqualität. Unter den akkreditierten Fernsehsendern zeigte unter anderem „Sport 1“ eine 20-minütige Zusammenfassung. Der NDR schaltete live in die Partie und berichtete am Sonntagabend zudem im „Sportclub“. SAT 1 war sogar bereits drei Tage zuvor auf der eigens anberaumten Pressekonferenz zu Gast gewesen.

Nicht nur Niedersachsens größte Schwimm- und Wasserballarena war für die Veranstaltung besten hergerichtet, auch Waspo98-Ausrüster „diapolo“ hatte exklusiv für die Veranstaltung Wasserball-Hosen und -Kappen in dem grün-schwarzen Recken-Design produziert, die mittlerweile bereits zu Sammlerobjekten geworden sind. Im Wasser fegten die Waspo98-Cracks ihre Kollegen erwartungsgemäß regelrecht aus dem Becken, doch zu Beginn des Schlussviertels der auf 4 x 5 Minuten angesetzten Partie gelang den TSV-Handballern beim Stand von 0:13 dann durch den Kroaten Domagoj Srsen per Strafwurf der erhoffte eigene Treffer. „Der war sehr gut geschossen. Aber das ist ganz egal, wir haben Werbung für diesen Sport gemacht“, lobte Waspo98-Torhüter Moritz Schenkel strahlend.

Der Endstand lautete schließlich 15:3, doch die Wette hatten damit die „Recken“ gewonnen. „Das war unglaublich anstrengend“, zollte TSV-Handballer Timo Kastening den Leistungen der wasserballspielenden Kollegen allerdings generell Respekt. Auch sonst fand der mit einem bunten Rahmenprogramm wie einem Geschwindigkeitswerfen aufgelockerte Abend unter den Anhängern beider Sportarten durchweg Gefallen. „Endlich steht einmal nicht Fußball im Blickpunkt“, plädierte ein Handball-Fan für generell mehr Abwechslung in der Sportberichterstattung.