Was gibt es Neues?

Historischer Sieg für Ludwigsburg

In der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) konnte Aufsteiger SV Ludwigsburg erstmals in dieser Saison jubeln: Im Kellerduell mit der SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln erzielte das Team von Neu-Trainer Sven Schulz nicht nur ersten doppelten Punktgewinn in dieser Spielzeit, sondern auch den ersten Bundesligasieg nach mehr als vier Jahrzehnten der Abwesenheit. Beim souveränen 16:4 (3:2, 6:0, 3:0, 4:2)-Heimerfolg dominierten die Schwarz-Gelben zudem beinahe von Beginn an.

Die Vorbereitung auf das wichtige Spiel zwischen den beiden bisher sieglosen DWL-Aufsteigern war auf Seiten der Heimmannschaft von einem Wechsel auf der Cheftrainerposition zu Beginn der Woche geprägt: Der Chemnitzer Sven Schulz stieß zu den Schwaben und soll gemeinsam mit seinem Trainerteam die notwendigen Punkte für den Klassenverbleib sammeln.

Das vor dem Anpfiff bereits als „Schicksalsspiel“ titulierte Duell des Vorletzten gegen den Letzten in der Tabelle der Pro B startete aber zunächst wie erwartet mit einem nervösen Abtasten auf beiden Seiten. Es dauerte knappe drei Minuten, ehe Bosko Krivičić den Ball zum ersten Mal in Überzahl im Tor der Kölner versenkte. Erneut in Überzahl erhöhte Djordje Milojkovic sehenswert zum 2:0. Die direkte Antwort der Kölner zum 2:1, korrigierte Adrijan Jakovcev erneut in Überzahl nach Zuspiel von Adam Blank zum 3:1. Wenige Sekunden vor Viertelende brachte Louis Winkels mit seinem zweiten Treffer für Köln zum 3:2 nochmals in Schlagdistanz.

Es sollte dann jedoch ganze 18 Minuten andauern, ehe die Gäste ihren nächsten Treffer erzielen konnten. Ganz anders aber die Schwarz-Gelben, die im zweiten Spielabschnitt wie entfesselt aufspielten. Zwei Mal Goalgetter Adam Blank, Milosav Aleksic aus dem Rückraum und Bosko Krivičić nach einem Schnellangriff brachten den SVL innerhalb von vier Minuten mit 7:2 in Führung. Offensichtlich düpierte Kölner scheiterten immer wieder an der Zonenverteidigung der Ludwigsburger oder aber am glänzend aufgelegten Torhüter Josip Katusa. Unmittelbar nach der Auszeit der Gäste schnappte sich Pavle Vukicevic den Ball und schloss einen Konterangriff sehenswert mit einem Lobball aus dem Handgelenk zum 8:2 ab. Nach einem erneuten Tempogegenstoß war es an Mannschaftskapitän Adrijan Jakovcev, für den 9:2- Halbzeitstand mit einem satten Schuss in die lange Ecke zu sorgen. 

Nach dem Seitenwechsel zeigte die Halbzeitansprache des Gäste-Coach Thilo Khil seine Wirkung, und die Spieler um Kapitän Simon Stöcker standen nun wieder sicherer in der Defensive, kamen aber offensiv nur selten zu echten Torchancen. Mit einem Distanztreffer durch Adrijan Jakovcev zum 10:2, gefolgt von einem Rückhandtreffer des Kapitäns aus der Center-Position zum 11:2 und dem 12:2 kurz vor Ende des dritten Abschnitts nach schönem Doppelpass mit Adam Blank durch Pavle Vukicevic, stellten die SVLer die Zeichen endgültig auf Sieg. Im Schlussabschnitt beantworteten die Barockstädter zwei Treffer des rheinischen Teams jeweils ,mit verwandelten Strafwürfen durch Tim Kraut und Dario Labavic zum 14:4 Mitte der letzten acht Minuten. Filip Zugic in Überzahl und mit seinem zweiten Treffer des Abends Dario Labavic ebenfalls zum umjubelten 16:4-Endstand.

„Dieser erste Sieg war für uns ganz wichtig, wir haben seit Saisonbeginn hart dafür gearbeitet und mehrere Spiele nur äußerst knapp abgeben müssen. Heute Abend ist der Knoten endlich geplatzt, und für uns soll dies ein Neustart sein. Kompliment an mein Team, das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung und Dank an den neuen und den alten Trainer, die beiden ihren Anteil am Erfolg haben“, versuchte Spielführer Adrijan Jakovcev seine Emotionen in Worte zu fassen. Kölns Kapitän bemängelte Simon Stöcker nach dem Spiel die vielen individuellen Fehler seines Teams und zeigte sich enttäuscht über das für die Gäste überdeutliche Ergebnis. Die weiterhin sieglosen Rheinländer liegen nun auch in der Tabelle bereits drei Punkte hinter den Ludwigsburgern.

SV Ludwigsburg 08: Josip Katusa, Tim Kraut (1 Tor), Bosko Krivicic (2), Djordje Milojkovic (1), Filip Zugic (1), Milosav Aleksic (1), Pavle Vukicevic (2), Antonio Tadic, Adam Blank (2), Adrijan Jakovcev (4), Tim Hornuf, Dario Labavic (2) und Tom Barth